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Wohin mit den verloren gegangenen Jahren? Teil 2/2

Du hast nun die Wünsche und Träume, die du sich nicht erfüllt haben, anerkannt und beim Namen genannt. So kannst du in deinem Prozess weitergehen:

3. Welche Gefühle kommen mit dieser Aufzählung?
Was fühlst du, wenn du an die Dinge denkst, die du nicht erreicht hast, die nicht eingetroffen sind? Wut? Angst? Verlassenheit? Trauer? Einsamkeit? Wertlosigkeit? Schmerz?
Macht dich das ganze wortlos? Darfst du darüber reden?

Kennst du das, wenn du ein Gefühl empfindest, Zum Beispiel Wut und du es zulässt, dann kannst du durchgehen und die Wut empfinden, benennen, vielleicht auch zum Ausdruck bringen durch Worte, oder körperlich indem du auf ein Kissen schlägst und nachher ist es leichter. Das ist wichtig im Umgang mit den Gefühlen in dem Prozess, dass du die Gefühle erkennst und auch zulässt. Dieses Durchgehen hilft, das Nicht-erhaltene loszulassen, weil es nicht unterdrückt wird, sondern anerkannt wird.
Manchmal brauchen wir auch eine Person, mit der wir zusammen durch die Gefühle gehen können. Du musst da nicht alleine durch. Trauer braucht Zeit.

4. Du nimmst deine Reaktion selber in die Hand

Wenn du dir in dir selber den Raum gegeben hast, dass diese Dinge nicht wahr geworden sind und du auch den Gefühlen Raum gibst, bist du nicht mehr darauf angewiesen, dass du jemand anderen dafür verantwortlich machst. Du nimmst deine Trauer und deine Zukunft selber in die Hand. Verstehe nicht falsch, klar müssen wir auch Verantwortlichkeiten klären und was dazu geführt hat, dass sich deine Wünsche nicht erfüllt haben. Und ja, definitiv hat das mit deinem Partner zu tun. Und doch ermutige ich dich, das, was du erlebst, nicht nur von ihm abhängig zu machen, weil dich das nicht weiterbringt.

5. Manche dieser Prozesse müssen wir mehrmals wiederholen, das ist ok, es geht ja um Dinge, die sich über Jahre angestaut haben. Gib dir die Zeit und hab Geduld mit dir, du bist es wert.

6. Wie geht es dann weiter? Wir brauchen Träume und wir brauchen Wünsche, denn nur so sind wir auch motiviert, dass wir vorwärtsgehen. Wenn wir mit einem Partner zusammen sind, der pornosüchtig ist, vor allem, wenn er nicht an sich selber arbeitet, dann ist es wichtig neue Träume zu entwickeln. Und vielleicht klingt das jetzt brutal, aber zuerst solltest du Träume und Wünsche entwickeln, für die du selber die Verantwortung übernehmen kannst, dass sie wahr werden. Gemeinsame Träume, also Träume für euch als Paar, solltet ihr gemeinsam entwickeln. Das kann nicht einseitig sein. Das ist übrigens in jeder Beziehung so.
Manchmal brauchen wir nach so einem Prozess Zeit, um uns neu zu orientieren und auch anhand dessen, was wir erlebt haben zu entscheiden, wie wir weitergehen wollen, welche Träume wir träumen möchten.

7. Diese Prozesse werden dich wieder stärker machen. Sie werden dir Kraft geben, weiterzugehen, neu zu denken, den Horizont zu erweitern. Ausserdem hast du viel gelernt in dieser Zeit. Du hast Schritte gewagt, bist gefallen und wieder aufgestanden. Das kommt dir insgesamt zugute und du bist definitiv nicht mehr die, die du vor 3 Jahren oder vielleicht sogar vor einem Monat warst.

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