Entdeckung im U-Bahnhof

Wir waren vor Kurzem in Nürnberg unterwegs.
An einer U – Bahnstation sah ich einen Zettel: Ich, 21 Jahre, freundlich, gut aussehend :-), suche Zimmer in einer WG, Sozialarbeit- Studentin.
Darunter mehrere Zettel zum abreissen mit einer Handynummer. (Ich habe nicht das Original fotografiert, es kann also etwas abweichen)
Mich hat diese Suchanfrage stutzig gemacht. Vielleicht habe ich zu viel hinein interpretiert, aber sie wies mich auf einen Denkweg hin, wie ich immer wieder bei Menschen beobachte.
Ich habe einen Film gesehen, der mich sehr berührt hat und einmal mehr bewusst gemacht hat, dass es sich lohnt, jedem Menschen eine Chance zu geben. Der Film heisst 
Wir sind gerade an einem Puzzle dran. 4000 Teile. Auf dem Bild ist ein kleiner Ausschnitt davon. Du siehst, das Puzzle passt eigentlich rein und ist doch nicht am richtigen Platz. Das ist uns bei dem Puzzle schon öfter so gegangen. Das Puzzle – Teil sitzt, aber passt nicht. Das Teil wird definitiv gebraucht, denn nur so ist das gesamte Bild vollständig, aber es gehört nicht dorthin. Wenn wir nun überlegen, was wir machen, na klar, wir nehmen das Puzzle raus und warten, probieren weiter, bis wir es an den richtigen Platz stecken können, dort wo der Umriss und das Bild stimmt.


Ich war letztens auf einem Indoor Spielplatz. Dort gab es ein Luft – Krokodil. Ich habe viele Kinder dort beobachtet und Erstaunliches entdeckt…Dieses Krokodil hat immer wieder sein Maul aufgemacht und dann langsam wieder zu. Manche Kids sind reingeklettert, wenn das Maul offen war und andere haben extra gewartet, bis es fast zu war. Es war ihnen eine Freude, so hoch wie nur möglich zu springen und noch bevor es zu ging rein zu schlüpfen. Diese Kinder warteten auf den schwierigsten Moment, um noch ins Maul zu kommen, manchmal brauchten sie Hilfe von anderen, die von oben zogen und halfen. Das war ein Spiel – und doch nicht nur. Es war auch ein ausreizen der Möglichkeiten, ein erkunden, wie hoch komme ich, dass ich noch reinschlüpfen kann und wie viel Schwung brauche ich, wie viel Hilfe brauche ich? 


Letztens war ich in Konstanz. Wir gingen über eine lange Brücke und es begann ein Gewitter. Die Regenjacken lagen im Auto 😉 . Die ersten Tropfen waren noch erfrischend, aber der Wind wurde kühl und es begann bald fester zu regnen. Weit und breit kein Unterschlupf, nicht mal ein Baum…welcher ja bei einem Gewitter eh nicht zu empfehlen ist. Nach einer Weile kam die Zufahrt zu einem Hotel. Sah ziemlich nobel aus. Für die Autos gab es zum Vorfahren eine Überdachung vor dem Haupteingang. Ein Porsche stand davor, fehlte nur noch der rote Teppich. Ich dachte, jetzt kommt sicher jemand und schickt uns freundlichst weg, durchnässte Stadttouristen sind da sicher nicht erwünscht.